NetBeans mit Groovy und Grails
Vor ein paar Tagen ist die neue NetBeans-Version 6.5 erschienen und damit die erste große Open-Source-Entwicklungsumgebung, in die Groovy- und Grails-Unterstützung von vorneherein eingebaut ist. NetBeans hatte schon immer den Vorteil, dass es viele Tools als integralen Bestandteil enthält, die man sich bei Eclipse (das natürlich seine eigenen Vorzüge hat) erst mühsam zusammensuchen muss. Dazu kommt, dass die Weiterentwicklung des Groovy-Eclipse-Plugins leider nur langsam vorankommt. Also Zeit, sich einmal anzusehen, was das neue NetBeans für Groovy- und Grails-Entwickler zu bieten hat.
In Groovy programmieren
Wenn Sie selbst testen wollen, laden Sie sich NetBeans von http://www.netbeans.org/downloads/ herunter. Wählen Sie die Version Java Web and EE (in der Java-SE-Version findet man nichts für Groovy).
Bei der Installation müssen Sie zumindest die folgenden packs auswählen:
- Base IDE
- Java SE
- Common Web Components
- Java Web and EE
Alles andere (Java ME, Glassfish, …) benötigen Sie für die Arbeit mit Groovy und Grails nicht unbedingt.
Nachdem Sie NetBeans zum ersten Mal gestartet haben, können Sie noch unter Tools→Options→Miscellaneous→Groovy den Pfad zur Groovy-Dokumentation eintragen. Dazu müssen Sie allerdings Groovy noch einmal getrennt herunterladen, denn Groovy 1.5.5 ist bereits in NetBeans enthalten, umfasst hier aber nur den Binärcode. (Wenn Sie eine neuere Version verwenden wollen, können Sie diese mit dem Library-Manager selbst integrieren.)
Um nun mit normalen Groovy-Klassen oder -Skripten zu arbeiten, legen Sie einfach innerhalb eines normalen Java-Projekts die entsprechenden .groovy-Dateien an. Alles Weitere unterscheidet sich im Handling nicht von Java-Dateien; auch das Kompilieren von sich wechselseitig aufrufenden Java- und Groovy-Klassen funktioniert (wenn auch nicht immer auf Anhieb).
Beim Editieren von Groovy-Dateien steht Ihnen das übliche Syntax-Highlighting zur Verfügung und die Code-Completion berücksichtigt auch die Groovy-eigenen vordefinierten Methoden. Wie das folgende Bild zeigt, klappt beides auch innerhalb von GStrings ganz gut.
Grails-Projekte bearbeiten
Auch die Grails-Unterstützung in NetBeans ist schön gelöst und gibt einem das Gefühl, in einer wirklich integrierten Entwicklungsumgebung zu arbeiten. Am besten beginnt man, indem man innerhalb von NetBeans ein neues Projekt vom Typ Grails-Application (unterhalb der Groovy-Kategorie) anlegt.
Nach dem Anlegen eines neuen Grails-Projekts hat man links oben alle wichtigen Ordner übersichtlich angeordnet im Blick und kann auf diese Weise leicht zwischen Domains, Controllern, GSPs und allen sonstigen Dateien navigieren.
Um nun mit Grails zu arbeiten, braucht man in vielen Fällen nicht mehr die bekannten Konsolenbefehle benutzen (z.B. grails createDomainClass), sondern kann die ensprechenden Kontext-Menübefehle zu der Projektwurzel oder zu einzelnen Dateitypen anwenden.
Soweit erkennbar, sind aber nicht alle Grails-Befehle von den Kontextmenüs aus zu erreichen, so bleibt es einem wohl weiterhin nicht erspart, ein Konsolfenster im Projektverzeichnis aufzumachen und dort beispielsweise grails generateAll einzugeben.
Beim Bearbeiten der Anwendungsdateien kommt einem nicht nur die oben erwähnte Unterstützung für Groovy-Dateien zugute. NetBeans „versteht“ auch GSP-Seiten insofern, als es Eingabe der HTML-Tags erleichtert. Die Groovy-Syntax innerhalb der ${…}-Platzhalter und auch die GSP-Tags werden jedoch noch nicht überprüft.
Wenn nun die Webapp fertig gestellt ist (im einfachsten Fall ist dies ja nur eine Domain-Klasse und ein Controller), dann findet sich im Kontextmenü der Projekt-Wurzel ein Befehl Run, der die Anwendung loslaufen lässt und auch gleich einen Browser mit der passenden URL öffnet. Viele Änderungen und Ergänzungen können Sie nun - wie eh und je in Grails - im laufenden System vornehmen und die Resultate sofort bewundern.
Insgesamt kann man wohl sagen: Was NetBeans in der neuen Version an Unterstützung für Groovy und Grails bietet, ist zwar noch weit von dem entfernt, was möglich wäre und was man sich wünschen würde, stellt aber einen wesentlichen Fortschritt in Sachen Tool-Unterstützung für G&G im Open-Source-Bereich dar. Demgegenüber ist Eclipse, muss man leider sagen, jetzt doch etwas im Hintertreffen. Mag sein, dass sich dies nach der Übernahme durch SpringSource bald ändert.
Weitere Informationen unter http://www.netbeans.org/features/groovy/index.html.







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